Forschungspapier

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Beispiel für ein Forschungspapier (PDF)

Das Forschungspapier ist eine grundlegende Übung: es fasst die wissenschaftliche Diskussion zu einer Frage zusammen (manchmal auch zu einem Problem oder einen Begriff). Wer hat schon etwas zu dieser Frage herausgefunden? Welche Positionen vertreten AutorInnen zu dieser Frage? Wo widersprechen sich WissenschaftlerInnen bei der Beurteilung der Frage? Gibt es womöglich ein Element, das noch von keinem/r VerfasserIn bei der Behandlung der Frage berücksichtigt wurden („Forschungslücke“)? Ein solcher Bericht über den Stand der Diskussion („Literaturteil“) ist Bestandteil jeder größeren wissenschaftlichen Arbeit (Hausarbeit, BA-Arbeit, MA-Arbeit, Dissertation, Habilitation). Die Übung hierzu ist entsprechend eine vorbereitende Arbeit für weiterführende Texte.

Konsens zu einem Forschungsgegenstand besteht in den Sozialwissenschaften – wenn überhaupt – nur selten. Es ist deshalb davon auszugehen, dass sich in der Literatur immer mehrere Meinungen herausarbeiten lassen – selbst wenn die behandelte Frage die gleiche ist. Diese entstehen durch unterschiedliche methodische Herangehensweisen, andersartige kulturelle Hintergründe, verschiedene Sozialisationen der Wissenschaftler u.a.m. Es ist deshalb spannend nachzuvollziehen, wie und von wem Auffassungen begründet werden: Warum kommen beispielsweise einige Autoren am Ende ihrer Untersuchung des Wohlfahrtsstaates in Deutschland zu der Meinung, dass dieser „überdehnt“ ist, während andere desssen Ausbau fordern?

Vorgehensweise

Ein mehrstufiger Zugriff auf die (Sekundär-)Literatur ermöglicht das effiziente erstellen eines Forschungspapiers. Voraussetzung ist die genaue Eingrenzung der Fragestellung. Sodann wird nach den wichtigen Begriffen des zu untersuchenden Phänomens gesucht,

a) zunächst in Lexika und Handbüchern: Diese geben einen breiten Überblick, meist auch über die wissenschaftliche Diskussion. Die Lektüre von vier oder fünf Lexikaartikel erlaubt eine breite Sicht auf den Gegenstandsbereich. (Die Lexikaartikel können zudem für den Literaturbericht ebenfalls herangezogen werden). Von hier aus kann mit dem „Schneeballprinzip“ weitergearbeitet werden:

b) im nächsten Schritt bietet sich an, Aufsätze in wissenschaftlichen Zeitschriften zu berücksichtigen, bevor

c) Monographien ausgewertet werden. Nach diesen Schritt, lohnt sich ein Blick in den

d) Katalog der Universitätsbibliothek oder in eine spezialisierte Datenbank: Gibt es neuere Literatur zum Thema? Vielleicht findet sich eine Dissertation. Diese beinhalten meist einen ausführlichen Literaturbericht.

Generell gilt die Konzentration auf das Thema als Voraussetzung eines zügigen Arbeitens. Da es für zahlreiche Phänomene (zu) viel Literatur gibt, muss diese streng hierarchisiert werden: Welche Lektüre lohnt sich? In welcher Reihenfolge soll die Literatur gelesen werden (s.o.)? Passt der Abschnitt eines Buches, das Kapitel eines Sammelbandes, der Aufsatz noch zu meinem Thema oder geht er weiter darüber hinaus?